253_Schifahrer

Heute bin i Skifahrer

Heute hab i mir gedacht: Skifahren kann i doch sicher noch. So schwer wird des nach all den Jahren wohl ned sein. Zwei Ski anschnallen, den Berg runterfahren und unten gemütlich einkehren. Klingt eigentlich nach einem perfekten Tag.

Schon beim Anziehen der Skischuhe hab i allerdings gemerkt, dass die Dinger härter sind als manche Bürostühle. Bis i endlich drinnen war, hab i mich gfühlt, als hätt i schon den ersten Gipfel erklommen.

Mit der Gondel ging’s hinauf. Oben war die Aussicht traumhaft. Tiefblauer Himmel, glitzernder Schnee und perfekte Pisten. I hab tief durchgeatmet und mir gedacht: Jetzt gibt’s kein Zurück mehr.

Die ersten Meter waren… vorsichtig. Sehr vorsichtig. Eher gemütliches Rutschen als Skifahren. I hab jeden Schwung doppelt überlegt und dabei wahrscheinlich mehr gebremst als gefahren.

Nach ein paar Kurven wurde i mutiger. Plötzlich lief’s richtig gut. Die Ski hörten auf das, was i wollte, und i begann, schöne Carving-Schwünge in den Schnee zu ziehen. Der frische Pulverschnee spritzte links und rechts weg.

Dann kam eine kleine Bodenwelle.

I hob kurz ab.

Zum Glück nur ein paar Zentimeter.

Für einen Augenblick hab i mi gefühlt wie ein Skispringer. Bei der Landung hab i zwar ordentlich geschnauft, aber i bin stehen geblieben. Und genau des war für mi schon ein kleiner Sieg.

Je länger i unterwegs war, desto mehr Spaß machte es. I fuhr an Familien vorbei, grüßte freundlich und musste schmunzeln, als ein kleiner Bub zu seinem Papa sagte: „Schau, der Opa fährt aber schnell!“

Opa?

Na gut… wenigstens hat er ned gesagt langsam.

Kurz vor dem Ziel nahm i noch einmal richtig Schwung. I legte zwei schöne Kurven in den Schnee und bremste direkt vor der Hütte mit einer riesigen Schneewolke ab.

Der Schnee flog in alle Richtungen.

Die Leute auf der Terrasse klatschten und einer rief lachend: „Des war a Punktlandung!“

I hob beide Skistöcke in die Höhe und grinste übers ganze Gesicht.

Beim wohlverdienten Kaiserschmarrn dachte i mir dann, dass Skifahren viel mehr ist als nur den Berg hinunterzufahren. Es ist Freiheit, frische Luft und das herrliche Gefühl, wieder einmal etwas Neues oder vielleicht auch Altes neu erlebt zu haben.

Natürlich werd i nie ein Weltcupfahrer werden.

Aber des muss i auch gar ned.

Denn wichtig ist nur, dass ma Spaß dabei hat.

Vielleicht bin i morgen wieder was anderes – aber heute war i eben Skifahrer.

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