Ich war wieder unterwegs – in der d`hübschmocherei in der Salzburger Straße. Was ich dort immer nehme? Ganz einfach: 6 mm in 5 Minuten – und genau so ist es auch.
Reinkommen, freundlich begrüßt werden, kurz hinsetzen – und zack, passt’s schon wieder. Kein Warten, kein Theater, einfach sauber gearbeitet und genau so, wie man es sich wünscht.
Was mir besonders gefällt: Die Atmosphäre ist angenehm entspannt, man fühlt sich sofort wohl, und es geht alles unkompliziert und ehrlich ab. So mag ich das.
Für mich ist klar: Wenn ich schnell und gut geschniegelt sein will, dann schau ich hier vorbei.
Fazit: Schnell, freundlich, verlässlich – genau das, was man braucht.
Heute in der Früh hab i beschlossen: Jetzt werd i Manager, ganz spontan, ohne Plan, aber mit viel Motivation, also genau die perfekte Mischung für a kleines Chaos. Kaffee gemacht, geschniegelt wie für a Vorstandssitzung und mir selber gesagt: „Klezi, heute führst du ein Unternehmen!“ Welches genau, weiß i zwar ned, aber Details san eh überbewertet. Laptop auf, E-Mails checken – 27 Stück, und i denk ma noch na geh, so viel wird’s ned sein, aber nach fünf Minuten weiß i: Doch, und zwar alle gleichzeitig, jeder will was, am besten sofort. Dann hab i mir gedacht, jetzt brauch i a Meeting, weil ohne Meeting bist ka richtiger Manager, also Einladung an mich selbst, pünktlich erschienen, trotzdem zu spät angefangen und dann intensiv diskutiert – mit mir selber. Am Ende hab i beschlossen: Wir verschieben die Entscheidung. Klingt wichtig und bringt genau gar nix. Dann wollt i strategisch arbeiten, hab „Strategie“ auf ein Blatt geschrieben und darunter „später überlegen“. Hat sich extrem professionell angefühlt. Am Nachmittag wollt i Gas geben, hab aber mehr Zeit damit verbracht, meine To-do-Liste zu sortieren, als irgendwas zu erledigen. Am Ende sitz i da und denk ma: Passt scho… oder zumindest fast. Und ganz ehrlich – i glaub, i bin ein Naturtalent.
Heute hab i mir gedacht: Jetzt probier i was Ordentliches, was Handfestes, nix mit Büro, nix mit Zetteln – heute geh i aufs Dach. Dachdecker also. Klingt einfach, schaut einfach aus, und genau da fangt’s schon an, weil von unten schaut alles immer einfacher aus, als es oben dann wirklich ist. Ich steh da also oben, schau runter und denk ma: Ui, da is aber Luft nach unten. Aber gut, Rückzug gibt’s keinen mehr, also Ziegel nehmen, hinlegen, Hammer raus und los geht’s. Die ersten paar Minuten laufen sogar erstaunlich gut, i fühl mi fast wie ein Profi, so als hätt i mein ganzes Leben nix anderes gemacht, bis i merk, dass i den Ziegel genau verkehrt hingelegt hab. Macht aber nix, umdrehen, neu probieren, diesmal passt’s halbwegs, also Hammer drauf, klopf, klopf, und i denk ma: So schwer kann das ja ned sein. Bis der nächste Ziegel kommt. Und der nächste. Und plötzlich is nix mehr logisch, alles schaut gleich aus, aber irgendwie passt nix genau dort hin, wo i es haben will. Zwischendurch schau i runter zu meinem Kollegen und der arbeitet ruhig und gleichmäßig, als würd er nebenbei noch a Jause überlegen, und i oben kämpf mit einem einzigen Ziegel, als wär’s ein Rätsel aus einem Quiz. Aber i geb ned auf, weil wenn i schon Pensionist bin, dann mach i das jetzt gscheit. Also weiter, Ziegel für Ziegel, Schritt für Schritt, und langsam wird’s besser. Ned perfekt, aber brauchbar, sagen wir mal so: Regen hält’s wahrscheinlich aus. Am Ende sitz i da oben, schau über die Dächer, hab an leichten Muskelkater im ganzen Körper und denk ma: Passt scho. Und genau das is das Schöne dran. I hab jetzt Zeit, i kann Dinge ausprobieren, i darf Fehler machen und trotzdem sagen: War a guater Tag. Und ganz ehrlich – vielleicht werd i morgen kein Dachdecker mehr, aber heute war i einer. Und gar ned so schlecht.
Heute probier i mich als Elektriker, ganz ehrlich ohne großen Plan, aber mit viel Motivation, und genau da fangt das Chaos meistens an, weil am Anfang schaut alles noch logisch aus, aber nach ein paar Minuten merk i: des is doch ned so einfach wie gedacht, trotzdem zieh i durch, und am Ende steh i da, schau mir das Ergebnis an und denk ma: passt scho – oder zumindest fast.
Heute probier i mich als Kapitän, ganz ehrlich ohne großen Plan, aber mit viel Motivation, und genau da fangt das Chaos meistens an, weil am Anfang schaut alles noch logisch aus, aber nach ein paar Minuten merk i: des is doch ned so einfach wie gedacht, trotzdem zieh i durch, und am Ende steh i da, schau mir das Ergebnis an und denk ma: passt scho – oder zumindest fast.
Heute probier i mich als Architekt / Planer, ganz ehrlich ohne großen Plan, aber mit viel Motivation, und genau da fangt das Chaos meistens an, weil am Anfang schaut alles noch logisch aus, aber nach ein paar Minuten merk i: des is doch ned so einfach wie gedacht, trotzdem zieh i durch, und am Ende steh i da, schau mir das Ergebnis an und denk ma: passt scho – oder zumindest fast.
Es war ein ganz normaler Abend in Wels, nichts Besonderes, kein Ereignis, das man sich gemerkt hätte, die Lichter gingen an wie immer und oben am Reinberg stand die Marienwarte ruhig da, so wie sie es schon seit Jahren tat, fest verankert im Bild der Stadt, ein Punkt, an den man gar nicht mehr bewusst dachte, weil er einfach immer da war.
Am nächsten Morgen war sie weg.
Nicht kaputt, nicht eingestürzt, nicht einmal ein Stein lag herum, dort war nur noch ein sauberer Abdruck im Boden, als hätte jemand sie vorsichtig herausgedreht, langsam und ohne Hast, als wäre das Ganze geplant gewesen und nicht einfach ein Diebstahl. Zwei Frühaufsteher standen davor, schauten hinauf, schauten sich an und sagten nichts, weil es manchmal Momente gibt, die man nicht gleich erklären muss, weil sie sowieso keinen Sinn ergeben.
Innerhalb weniger Stunden wusste es ganz Wels, die Polizei sperrte ab, Drohnen flogen, Experten redeten von „unmöglich“, und genau in diesem Moment war allen klar, dass es genau das war, was passiert war. Am zweiten Tag tauchte ein Video auf, verwackelt, unscharf, aufgenommen aus irgendeinem Fenster, man sah Lichter, große, helle Lichter, und dann hob sich die Marienwarte langsam in die Luft, nicht laut, nicht spektakulär, sondern fast ruhig, als würde sie selbst entscheiden, dass es Zeit ist zu gehen, darunter Fahrzeuge ohne Zeichen, ohne Kennzeichen, alles wirkte geordnet, beinahe elegant, und dann verschwand sie einfach in der Dunkelheit.
Die Stadt redete, am Stadtplatz, in den Cafés, auf den Bänken, jeder hatte eine Theorie, von Hightech bis geheimem Experiment, einer meinte sogar, sie sei schon lange mehr gewesen als nur ein Turm, und keiner konnte das wirklich widerlegen. Am dritten Tag kamen Bilder aus China, irgendwo stand plötzlich ein Turm, neu aufgebaut, perfekt beleuchtet, und doch sofort erkennbar, die Marienwarte, mit all ihren kleinen Unebenheiten, genau so, wie man sie kannte, nur dass sie jetzt auf der anderen Seite der Welt stand.
Und in Wels blieb etwas zurück, das schwerer zu erklären war als der Diebstahl selbst, denn dort oben fehlte nicht nur ein Bauwerk, sondern ein Stück Gefühl, etwas, das man erst bemerkt, wenn es nicht mehr da ist, und trotzdem gingen die Leute am Abend wieder hinauf, standen am leeren Platz und schauten hinaus wie immer, nur dass diesmal nichts mehr zurückschaute.
Ein paar Tage später fand jemand ein kleines Stück Metall am Boden, unscheinbar, fast wie zufällig dort liegen geblieben, er nahm es mit, ohne viel nachzudenken, und manchmal, wenn man genau hinsieht, glaubt man oben am Reinberg ein ganz kurzes Glitzern zu erkennen, nicht stark, nur für einen Moment, so als wäre die Geschichte noch nicht ganz zu Ende.
Ich schlief in dieser Nacht wenig, nicht aus Unruhe, sondern weil sich Gedanken nicht einfach abstellen lassen, wenn sie begonnen haben, sich neu zu ordnen. Wels lag ruhig unter dem Morgenlicht, als ich über den Stadtplatz ging, und ich fragte mich, wie viele Menschen wohl ahnen, dass unter ihren Schritten nicht nur Fundamente liegen, sondern Möglichkeiten. Die Stadt wirkte wie immer, vertraut, belebt, unbeeindruckt von meinen Entdeckungen, und vielleicht war genau das der Punkt.
Am Abend stieg ich ein letztes Mal hinunter. Nicht, weil man ein letztes Mal braucht, sondern weil ich mir sicher sein wollte. Leopold wartete im Raum bei den Karten. Kein großes Gespräch, kein Abschied. Nur dieses ruhige Einverständnis zwischen zwei Menschen, die wissen, dass eine Entscheidung nicht laut fallen muss.
„Du musst nicht bleiben“, sagte er ruhig. „Und du musst auch nichts erzählen. Wichtig ist nur, dass du weißt, dass es diese Ebene gibt.“
Ich sah mich noch einmal um, über die Ziegel, die Tische, die Linien auf den Plänen. Es war kein Versteck. Es war ein Raum der Wahl. Und ich begriff, dass es nicht darum ging, hier unten zu leben, sondern oben anders zu gehen.
„Ich bleibe nicht“, sagte ich schließlich. „Aber ich werde auch nicht mehr blind vorbeigehen.“
Er nickte nur, als hätte er genau diese Antwort erwartet.
Als ich die Treppe hinaufstieg und der Gitterrost sich leise schloss, war nichts anders und doch alles verschoben. Die Lichter der Stadt, das Lachen vor den Cafés, die Schritte über das Pflaster – alles wie zuvor. Nur ich nicht ganz.
Am nächsten Morgen lehnte wieder ein Fahrrad am Stadtplatz. Kein großes Zeichen. Kein neuer Auftrag. Nur ein Zettel mit einem Satz:
„Wer stehen bleibt, sieht mehr.“
Ich ging daran vorbei, nicht aus Gleichgültigkeit, sondern aus Klarheit. Manche Geheimnisse sind nicht dafür da, gelöst zu werden. Sie sind dafür da, uns aufmerksam zu machen.
Am nächsten Abend ging ich nicht mehr zögernd die Treppe hinunter, sondern mit einer ruhigen Klarheit. Es war kein Abenteuer mehr, sondern ein Gespräch, das fortgesetzt werden wollte. Der Gang wirkte vertraut, fast normal, und vielleicht ist das das Merkwürdige an solchen Dingen: Man gewöhnt sich schneller an das Ungewöhnliche, als man glaubt.
Leopold wartete im größeren Raum, nicht im Halbdunkel, sondern im Licht der Lampe, als wolle er diesmal nichts verbergen. Auf den Tischen lagen Karten, alte Pläne, Notizen. Ich erkannte Linien, die sich unter der Stadt zogen, Verbindungen zwischen Mauern und Toren, zwischen dem Ledererturm und dem Trauntor, weiter hinunter in Richtung Traun. Es war kein geheimes Reich, sondern ein gewachsenes Netz, entstanden über Jahre.
„Ich bin nicht geflohen“, sagte er ruhig. „Ich habe nur aufgehört, oben mitzuspielen.“ Er erzählte von Erwartungen, von Lärm, von Entscheidungen, die nicht seine gewesen waren, und von dem Moment, in dem er begriff, dass er nicht die Stadt verlassen wollte, sondern nur die Oberfläche. Hier unten, sagte er, habe er Gespräche geführt, gedacht, geplant, ohne beurteilt zu werden. Nicht versteckt, sondern reduziert.
Ich hörte ihm zu und merkte, dass ich keine spektakuläre Wahrheit erwartete. Es war nichts Sensationelles an seiner Geschichte. Kein Drama. Kein Skandal. Nur eine bewusste Entscheidung, sein Leben anders zu strukturieren.
„Und was ist mit oben?“, fragte ich.
Er lächelte leicht. „Oben geht alles weiter“, sagte er. „Aber nicht alles muss für jeden sichtbar sein.“
Dieser Satz blieb im Raum hängen. Vielleicht hatte ich die ganze Zeit nach einem Geheimnis gesucht, dabei ging es um eine Haltung. Nicht darum zu verschwinden, sondern bewusst zu wählen, wie und wo man leben möchte.
Als ich später wieder die Treppe hinaufstieg, war Wels dieselbe Stadt wie zuvor. Die Lichter am Platz, die Stimmen, das Pflaster unter meinen Schuhen – alles vertraut. Und doch wusste ich, dass ich sie nicht mehr ganz so sehen würde wie zuvor.
Morgen würde ich entscheiden müssen, was ich mit diesem Wissen mache.
Die Schritte kamen nicht hastig näher, sie waren ruhig, gleichmäßig, fast gelassen, wie die eines Menschen, der keinen Grund zur Eile hat. Ich drehte mich nicht sofort um. Vielleicht, weil ich spürte, dass dieser Moment kein Schreckmoment war, sondern ein Wendepunkt. Als ich mich schließlich langsam umwandte, stand er im Halbdunkel des Raumes, nicht bedrohlich, nicht dramatisch, sondern schlicht da.
„Du bist also gekommen“, sagte er ruhig.
Seine Stimme war weder alt noch jung, eher zeitlos, und ich merkte, dass ich keine Angst verspürte, sondern eine eigenartige Klarheit. „Leopold?“, fragte ich, obwohl ich nicht wusste, ob ich diesen Namen wirklich aussprechen wollte.
Er lächelte leicht. „Man nennt mich so“, antwortete er, und dieser Satz war genug, um zu verstehen, dass hier unten andere Regeln galten als oben im Licht der Stadt.
Er trat näher, und ich erkannte in seinem Gesicht nichts Sensationelles. Kein Wahnsinn, keine Spuren von Verfall. Nur einen Mann, der eine Entscheidung getroffen hatte. „Die Leute glauben gern, jemand verschwindet“, sagte er ruhig. „Dabei ist es oft einfacher. Man hört nur auf, sichtbar zu sein.“
Ich dachte an die Geschichte von damals, an das Gerede, an die Suchaktionen, an das allmähliche Verstummen der Fragen. „Warum hier?“, fragte ich.
Er blickte kurz zur Decke, als würde er durch Ziegel und Pflaster hindurchsehen. „Weil Wels mehr ist als Fassaden“, sagte er. „Es gibt eine zweite Ebene. Nicht geheim. Nur unbeachtet.“
Er erklärte mir, dass diese Gewölbe nicht für dunkle Geschäfte gedacht waren, sondern für Rückzug, für Gespräche, für Gedanken, die oben keinen Platz fanden. Menschen kamen hierher, wenn sie Klarheit suchten, nicht um zu fliehen, sondern um zu verstehen.
„Und warum ich?“, fragte ich schließlich.
Er sah mich lange an, nicht prüfend, eher abwägend. „Weil du stehen geblieben bist“, sagte er ruhig. „Die meisten gehen vorbei.“
Dieser Satz traf mich mehr als alles andere. Es war keine Auszeichnung, kein Lob. Nur eine Beobachtung.
In diesem Moment wurde mir klar, dass es nicht um ihn ging. Nicht um sein Verschwinden. Sondern um meine Entscheidung.
„Morgen“, sagte er leise, „zeige ich dir, warum ich geblieben bin.“
Und ich wusste, dass ich wiederkommen würde. Nicht aus Neugier. Sondern aus Verantwortung mir selbst gegenüber.