159_Wetter mit Charakter

Die letzten zwei Wochen waren wettertechnisch eine Mischung aus Kühlschrank, Schneekugel und Waschstraße. Zuerst Minusgrade, dass selbst der Kaffee überlegte, ob er gefrieren soll. Autos starteten nur widerwillig, Hände verschwanden tief in Taschen, und jeder Atemzug erinnerte daran, dass der Winter noch nicht aufgegeben hatte.

Dann kam der Schnee. Ruhig, fast romantisch. Dächer wurden weiß, Schritte leiser, und plötzlich fotografierten alle wieder Sonnenaufgänge, als wäre die Welt neu erfunden worden. Doch wie immer dauerte die Idylle nur kurz. Aus Schnee wurde Matsch, aus Spaziergängen ein Balanceakt und aus sauberen Schuhen eine Erinnerung.

Und schließlich der Regen. Nicht freundlich, sondern entschlossen. Einer dieser Regenschauer, die scheinbar wissen, wo dein Kragen offen ist. Der Schirm kämpfte tapfer, verlor aber schnell die Lust, und man stellte fest: Trocken bleiben ist manchmal reine Glückssache.

Vielleicht sind genau solche Wochen der Beweis, dass Veränderung dazugehört. Frost bringt Klarheit, Schnee Ruhe und Regen Bewegung. Und irgendwo zwischen all dem merkt man — das Leben schreibt die besten Geschichten selbst.

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