
Am Dienstagabend wollte der Clown Karli wirklich früh heimgehen. „Nur auf an Spritzer“, hatte er gesagt. Und dann noch einen. Und noch einen, „weil Fasching is ja nur einmal im Jahr“.
Irgendwann tanzte er noch mit einer Piratin, diskutierte mit einem Cowboy über die Weltlage und sang mit zwei Engerln „An Tagen wie diesen“. Heim wollte er schon um zehn. Um halb zwei suchte er noch seinen Hut. Um drei suchte er sich selbst.
Und jetzt, am Aschermittwoch, sitzt Karli am Küchentisch. Ohne Schminke. Ohne Lachen. Mit einem Kopf, der klingt wie die Stadtkapelle Wels beim Frühschoppen – nur ohne Dirigent.
„Des is koa Kopfweh“, murmelt er. „Des is a Hohlraumsausen.“
Er trinkt Wasser. Viel Wasser. Verspricht dem Spiegel ein braver Mensch zu werden. Vielleicht. Nächstes Jahr. Nach dem Fasching.
Draußen ist alles still. Kein Konfetti. Kein Lachen. Nur ein Clown, der weiß:
Auch ein Narr hat einen Morgen danach.
Und der ist meistens ehrlich.
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