266_Eintrittsgeld Welser Freibad

Der Bürgermeister und das Eintrittsgeld

Als kinderreiche Familie bekamen wir vom Magistrat Wels eine Badekarte. Ich glaube, sie galt für rund fünfzig Eintritte. Bei jedem Besuch wurde eine Zahl angekreuzt, bis die Karte schließlich voll war und ihre Gültigkeit verlor. Doch wir wollten auch danach weiterhin jeden Sommertag ins Welser Freibad. Geld hatten wir allerdings so gut wie nie. Deshalb suchten wir uns meistens einen Weg unter dem Zaun hindurch und waren schon mitten im Bad.

Bevor wir dort ankamen, machten wir fast immer einen kleinen Umweg. Wir gingen absichtlich am Haus des damaligen Bürgermeisters Leopold Spitzer vorbei. Oft stand er draußen und begrüßte uns freundlich. „Hallo Kinder, wie geht’s euch?“ Unsere Antwort kam wie aus der Pistole geschossen: „Sehr gut! Leider haben wir kein Geld fürs Schwimmbad.“ Kaum hatten wir den Satz ausgesprochen, griff der Bürgermeister meistens in seine Tasche und gab uns das Eintrittsgeld.

Was machten wir? Natürlich gingen wir anschließend trotzdem wieder unter dem Zaun hindurch. Das Eintrittsgeld war damit frei geworden – und davon kauften wir uns lieber ein Eis oder etwas Süßes. Heute muss ich über diese Geschichte schmunzeln. Wahrscheinlich wusste der Bürgermeister längst, was wir vorhatten. Trotzdem half er uns jedes Mal. Für uns Kinder war er einfach ein Mensch mit einem großen Herzen. An genau solche Begegnungen erinnert man sich auch nach vielen Jahrzehnten noch gerne zurück.

Sm

Der Bürgermeister gab uns Geld fürs Freibad. Wir schlüpften trotzdem unter dem Zaun durch – und kauften Eis! Die ganze Geschichte auf www.klezi.com

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