257_Das war die Formel 1 der Welser Rosenau

Wer braucht schon teure Modellboote, wenn man leere Eisbecher hat?

Der Gießerbach im Welser Freibad war ein Highlight meiner Kindheit. Jedes Mal, wenn wir im Freibad waren, gingen wir zuerst auf Bechersuche. Wir räumten die Mistkübel aus und sammelten so viele leere Eisbecher wie möglich. Manchmal waren es zwanzig, manchmal sogar hundert Stück.

Mit unserer Beute marschierten wir zur ersten Holzbrücke an der Grundstücksgrenze des Freibades. Dort setzte jeder seinen Eisbecher vorsichtig ins Wasser. Dann begann das große Rennen.

Wir liefen die rund 200 Meter lange Strecke entlang des Gießerbachs bis zur zweiten Holzbrücke und feuerten unsere kleinen Boote an. Manche blieben an Ästen hängen, andere drehten sich im Kreis und einige schafften es tatsächlich bis zur Traun.

Für uns war das jedes Mal das Highlight eines Badetages. Je mehr Eisbecher wir gesammelt hatten, desto spannender wurde das Rennen. Einen Pokal gab es natürlich nicht – nur jede Menge Gelächter und strahlende Kinderaugen.

Das war die Formel 1 der Welser Rosenau.

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