Pensionist – jetzt geht’s erst richtig los
Weil i jetzt Zeit hab – und was draus mach
Heute: Schmied
Heute hab i mir gedacht: Jetzt wird’s richtig urig, heute bin i Schmied. Früher hat man ja gesagt, der Schmied formt das Eisen, solange es heiß ist – ich hab eher gemerkt, dass es mich formt, sobald ich daneben steh. Kaum war ich in der Werkstatt, hab ich schon geschwitzt wie nach einem Marathon, und das, obwohl ich noch gar nichts gemacht hab.
Dann hab ich den Hammer in die Hand genommen, das glühende Eisen vor mir, und ich hab mir gedacht: So schwer kann das ja nicht sein – a bissl draufklopfen, fertig ist das Kunstwerk. Ja, denkste. Der erste Schlag war noch ganz ordentlich, der zweite auch, aber beim dritten hab ich mehr Luft als Eisen getroffen. Der Kollege neben mir hat nur kurz geschmunzelt, so nach dem Motto: „Der hat noch Potenzial – aber nur theoretisch.“
Was mich aber fasziniert hat, war dieses Gefühl: Du siehst sofort, was du machst. Jeder Schlag verändert das Material, jeder Fehler bleibt sichtbar – und genau das macht’s irgendwie ehrlich. Kein Verstecken, kein Schönreden, da zählt nur das, was du wirklich zusammenbringst.
Am Ende hab ich ein Stück Metall in der Hand gehabt, das… sagen wir mal… Charakter hatte. Nicht ganz gerade, nicht ganz perfekt, aber irgendwie meins. Und genau da hab ich mir gedacht: Vielleicht geht’s gar nicht darum, perfekt zu sein – sondern einfach drauf los zu arbeiten und zu schauen, was draus wird.
Fazit: Schmied sein ist nix für Warmduscher, aber es hat was. Und eines ist sicher – heiß war’s, laut war’s… und ich komm wieder. Vielleicht mit Ohrstöpsel. Und a bissl mehr Talent.
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