Schlagwort: Berufe mit Klezi

  • 228_Berufe mit Klezi, Baggerfahrer

    Pensionist – jetzt geht’s erst richtig los

    Weil i jetzt Zeit hab – und was draus mach

    Als Kind war ich immer fasziniert von Baggern. Während andere auf schnelle Autos schauten, blieb ich stehen, wenn irgendwo eine Baustelle war. Da konnte ich stundenlang zusehen, wie ein Baggerfahrer mit scheinbar spielerischer Leichtigkeit ganze Erdhaufen versetzte.

    Heute bin ich Pensionist und habe endlich Zeit für Dinge, die früher oft zu kurz kamen. Und manchmal stelle ich mir vor, wie es wäre, selbst einmal in so einer großen Baumaschine zu sitzen.Frühmorgens rolle ich mit meinem gelben Bagger auf die Baustelle. Die Arbeiter nicken respektvoll. Schließlich bin ich nicht irgendein Baggerfahrer – ich bin Pensionisten-Baggerfahrer. Da wird nichts überstürzt. Erst einmal ein Kaffee, dann eine kleine Lagebesprechung und anschließend wird mit höchster Präzision gearbeitet.Langsam hebt sich die Schaufel. Zentimeter für Zentimeter. Die jungen Kollegen wundern sich über das gemütliche Tempo. Doch am Abend stellen sie fest: Der Graben ist fertig, kein Rohr beschädigt und kein Stein am falschen Platz. Erfahrung schlägt Geschwindigkeit.

    Und wenn mich jemand fragt, warum ich mit fast siebzig noch Bagger fahre, dann antworte ich ganz einfach:

    „Weil i jetzt Zeit hab – und was draus mach.“

  • 224_Berufe mit Klezi

    Heute Feuerwehrmann

    Heute war ich Feuerwehrmann. Früher hab ich höchstens daheim den Griller gelöscht, wenn die Würstel schon wieder aussahen wie Kohlebriketts.

    Aber heute stand ich plötzlich mitten vor einem brennenden Haus – mit Helm, Uniform und einem Wasserschlauch in der Hand, der mehr Druck hatte als manche Diskussion beim Frühschoppen.

    Die jungen Kollegen waren motiviert bis in die Haarspitzen. Einer ist an mir vorbeigelaufen und hat gerufen: „Schnell, Wasser marsch!“ Ich hab zuerst geglaubt, der Marsch heißt wirklich so und hab nach der Musikkapelle gesucht.

    Aber ehrlich: Feuerwehrleute verdienen größten Respekt. Während andere davonlaufen, laufen die genau hinein. Hitze, Rauch und Chaos – und trotzdem behalten sie einen kühlen Kopf. Ich hingegen war schon nervös, weil ich nicht wusste, wie man mit den Handschuhen das Handy entsperrt.

    Am Ende war das Feuer gelöscht und ich komplett nass. Nicht wegen den Flammen… sondern weil ich beim Zurückdrehen vom Schlauch ungefähr mich selbst gelöscht hab.

  • 219_Berufe mit Klezi

    Heute Bodenleger

    Früher hat man gesagt: „Der Boden muss halten.“
    Heute schaut man zuerst, ob er zur Wandfarbe vom Instagram-Kaffeehäferl passt.

    Ich hab heute jedenfalls den Beruf vom Bodenleger ausprobiert. Und ich sag’s euch ehrlich: Das schaut leichter aus, als es ist. Ein Brett zu kurz, eines zu lang, und plötzlich liegt das Wohnzimmer schiefer als die politische Diskussion beim Frühschoppen.

    Aber irgendwie hat das was Beruhigendes. Brett für Brett entsteht etwas Neues. Und wenn man am Ende zurückschaut und alles sauber liegt, dann denkt man sich schon ein bissl stolz: „Jo… des hab ich gemacht.“

    Nur beim Aufstehen vom Boden merkt man dann plötzlich:
    Der Rücken ist nicht mehr Baujahr 1985… sondern eher Denkmalamt.

    Mehr davon auf: www.klezi.com – die herrlichste Art der Zeitverwendung

    #Bodenleger #BerufeMitKlezi #klezicom

  • 217_Berufe mit Klezi

    Pensionist – jetzt geht’s erst richtig los
    Weil i jetzt Zeit hab – und was draus mach
    Heute: Kranfahrer

    Lustige Geschichte
    Früher bin ich am Boden gestanden und hab raufgeschaut, heute sitz ich oben und schau runter, und ich sag dir eines, das ist ein Unterschied wie Tag und Nacht, weil da oben ist plötzlich alles ruhiger, die Leute werden kleiner, die Probleme auch ein bissl, und selbst der Verkehr schaut aus wie ein Spielzeug. Ich hab mir gedacht, als Pensionist probierst einmal was Neues, und was liegt näher, als gleich ganz nach oben zu gehen, im wahrsten Sinne des Wortes, also hab ich mich in so einen Kran gesetzt, hab den Hebel in die Hand genommen und mir gedacht, jetzt bewegst nicht nur dein Leben, sondern gleich ein paar Tonnen Beton dazu. Anfangs hab ich geglaubt, das wird nix, weil die Höhe ist nicht ohne, aber nach fünf Minuten sitzt du da wie auf deinem Lieblingssessel, nur dass der halt ein bissl höher steht und besser Aussicht hat. Und wenn dann unten einer winkt, winkst zurück und denkst dir, schau, jetzt bin ich der, zu dem die Leute aufschauen, und das hat schon was, vor allem wenn du weißt, dass du jederzeit wieder runter kannst, aber eigentlich gar nicht willst, weil da oben hast du endlich deine Ruhe.

  • 216_Berufe mit Klezi

    Pensionist – jetzt geht’s erst richtig los
    Weil i jetzt Zeit hab – und was draus mach
    Heute: Uhrmacher

    Heute hab ich mir gedacht, ich werd Tischler. Schließlich hab ich früher schon viel gearbeitet – zwar mehr am Dach als am Holz, aber ein Brett ist ein Brett, hab ich mir gedacht. Also rein in die Werkstatt, Schürze um, Werkzeug geschnappt und los geht’s. Der erste Handgriff hat sich noch gut angefühlt, fast so, als hätte ich das mein Leben lang gemacht, aber spätestens beim Hobeln hab ich gemerkt, dass Holz seinen eigenen Kopf hat. Während ich dachte, ich mach da eine glatte Fläche, hat sich das Brett gedacht: „Heute nicht mit mir.“ Die Späne sind geflogen, aber nicht immer dorthin, wo ich wollte, und irgendwann war mehr am Boden als am Werkstück. Trotzdem, irgendwie hat’s was Beruhigendes gehabt. Dieses gleichmäßige Schieben, das Geräusch vom Holz, und dann dieser Moment, wenn es doch plötzlich glatt wird – da hab ich kurz geglaubt, ich bin ein Naturtalent. Bis ich das Ergebnis gesehen hab. Sagen wir so: Es ist ein Unikat geworden. Aber eines hab ich gelernt: Tischler sein ist nicht nur Handwerk, das ist Gefühl. Und Geduld. Viel Geduld. Morgen probier ich vielleicht was Einfacheres… vielleicht wieder Pensionist.

  • 206_Berufe mit Klezi

    Pensionist – jetzt geht’s erst richtig los
    Weil i jetzt Zeit hab – und was draus mach
    Heute: Schmied

    Heute hab i mir gedacht: Jetzt wird’s richtig urig, heute bin i Schmied. Früher hat man ja gesagt, der Schmied formt das Eisen, solange es heiß ist – ich hab eher gemerkt, dass es mich formt, sobald ich daneben steh. Kaum war ich in der Werkstatt, hab ich schon geschwitzt wie nach einem Marathon, und das, obwohl ich noch gar nichts gemacht hab.

    Dann hab ich den Hammer in die Hand genommen, das glühende Eisen vor mir, und ich hab mir gedacht: So schwer kann das ja nicht sein – a bissl draufklopfen, fertig ist das Kunstwerk. Ja, denkste. Der erste Schlag war noch ganz ordentlich, der zweite auch, aber beim dritten hab ich mehr Luft als Eisen getroffen. Der Kollege neben mir hat nur kurz geschmunzelt, so nach dem Motto: „Der hat noch Potenzial – aber nur theoretisch.“

    Was mich aber fasziniert hat, war dieses Gefühl: Du siehst sofort, was du machst. Jeder Schlag verändert das Material, jeder Fehler bleibt sichtbar – und genau das macht’s irgendwie ehrlich. Kein Verstecken, kein Schönreden, da zählt nur das, was du wirklich zusammenbringst.

    Am Ende hab ich ein Stück Metall in der Hand gehabt, das… sagen wir mal… Charakter hatte. Nicht ganz gerade, nicht ganz perfekt, aber irgendwie meins. Und genau da hab ich mir gedacht: Vielleicht geht’s gar nicht darum, perfekt zu sein – sondern einfach drauf los zu arbeiten und zu schauen, was draus wird.

    Fazit: Schmied sein ist nix für Warmduscher, aber es hat was. Und eines ist sicher – heiß war’s, laut war’s… und ich komm wieder. Vielleicht mit Ohrstöpsel. Und a bissl mehr Talent.

  • 204_Berufe mit Klezi

    Pensionist – jetzt geht’s erst richtig los
    Weil i jetzt Zeit hab – und was draus mach
    Heute: Uhrmacher

    Heute hab i mir gedacht: Jetzt wird’s filigran… heute bin i Uhrmacher.
    Früher hab i geglaubt, eine Uhr ist halt eine Uhr – die zeigt die Zeit an und fertig. Aber wennst einmal davor sitzt und versuchst, so ein kleines Zahnrad dort reinzubringen, wo’s hingehört, dann merkst schnell: Da geht’s nicht um Zeit… da geht’s um Geduld.

    I sitz also da, hab die Lupe vorm Auge und schau auf Teile, die so klein san, dass i kurz überlegt hab, ob i nicht doch a Brille UND Lupe brauch. Neben mir lauter Werkzeuge, Öle, Schrauben – alles geschniegelt, alles ordentlich. Nur i mittendrin wie ein Chirurg auf Pension.

    Dann kommt der Moment: Du setzt das Zahnrad ein… es rutscht weg.
    Nochmal.
    Nochmal.
    Beim dritten Mal denkst da: „So, jetzt reicht’s, i war früher Spengler, i kann auch gröber.“

    Aber genau da lernst was: Uhrmacher sein heißt nicht drücken – sondern warten. Nicht kämpfen – sondern fühlen. Und irgendwann… ganz leise… tickt sie.

    Und in dem Moment sitzt da einer, schaut auf die Uhr und denkt sich:
    Zeit hab i jetzt genug… aber jetzt weiß i sie wenigstens zu schätzen.

  • 203_Berufe mit Klezi

    Pensionist – und jetzt geht’s erst richtig los

    Weil i jetzt Zeit hab – und was draus mach
    Heute: Koch

    Heute hab i mir gedacht: Jetzt wird gekocht. Aber ned so wie daheim schnell irgendwas in die Pfanne hauen – nein, heute bin i Küchenchef. So richtig mit Haube, Haltung und dem Blick, der sagt: „Des passt scho, i hab alles im Griff.“

    Ich steh da, verschränkte Arme, rund um mich wird geschnitten, gerührt und gebruzzelt, und irgendwie merk i schnell: In so einer Küche geht’s zu wie am Bahnhof in der Früh. Jeder weiß, was er tut – nur i steh da und schau g’scheit. Aber genau das gehört dazu, hab i beschlossen.

    Nach ein paar Minuten greif i mir an Löffel, koste, nicke leicht und tu so, als ob i genau weiß, warum das jetzt gut schmeckt. Und ganz ehrlich – es funktioniert. Die anderen schauen, ich nicke – und plötzlich bin i mittendrin statt nur dabei.

    Was mir gefällt: In der Küche zählt ned viel Gerede, sondern das Ergebnis. Und wenn’s am Ende schmeckt, dann war’s richtig – egal ob gelernt oder einfach gemacht.

    Fazit:
    Kochen ist wie das Leben – ein bissl Chaos, ein bissl Gefühl und am Ende muss es einfach passen.