Heute hab i mir gedacht: Golf muss eigentlich der gemütlichste Sport der Welt sein. A bissl spazieren gehen, hin und wieder den Ball schlagen und dabei geschniegelt ausschauen. Was soll da schon schwierig sein?
Also hab i mir einen Golfschläger geschnappt und bin geschniegelt wie ein Profi auf den Platz marschiert. Schon beim ersten Abschlag hab i gmerkt, dass Golf ganz andere Gesetze hat. I hab ausgeholt wie ein Holzfäller – getroffen hab i hauptsächlich den Rasen. Der Ball is vielleicht zwanzig Zentimeter weitergehüpft. Dafür hat’s ein schönes Stück Wiese mitgenommen.
Der Golflehrer hat nur gelächelt und gemeint: „Klezi, weniger Kraft, mehr Gefühl.“ Des klingt einfach. Gefühl hab i eh genug, hab i mir gedacht.
Beim nächsten Versuch hab i den Ball endlich sauber erwischt. Leider flog er genau dorthin, wo überhaupt keiner hin will – mitten ins hohe Gras. Gemeinsam mit meinem Ball hab i dort vermutlich auch dreißig andere Golfbälle gefunden. Offenbar war i ned der Erste mit dieser Idee.
Langsam hab i aber den Dreh herausbekommen. Ruhig stehen, konzentrieren, locker schwingen und ned versuchen, den Ball bis nach Italien zu schlagen. Plötzlich gelang mir ein richtig schöner Schlag. Der Ball flog hoch durch die Luft und landete sauber auf dem Grün.
Jetzt fehlte nur noch der letzte Schlag.
I stellte mi hinter den Ball, schaute konzentriert aufs Loch und redete innerlich mit ihm.
„Jetzt bleib schön brav auf deiner Spur.“
Ganz vorsichtig stieß i den Ball an.
Er rollte langsam los.
Immer näher.
Immer näher.
Kurz vor dem Loch dachte i schon: Jetzt bleibt er sicher liegen.
Doch plötzlich machte der Ball noch eine kleine Drehung und verschwand tatsächlich im Loch.
I konnte es kaum glauben.
„Jaaaa!“
I hob den Schläger in die Höhe, verbeugte mi vor den applaudierenden Zuschauern und musste selber lachen. Wahrscheinlich war des der glücklichste Schlag meines Lebens.
Natürlich hab i danach gleich wieder einen Ball in den Sandbunker geschickt. Irgendwie muss ma ja am Boden bleiben.
Aber genau des gefällt mir am Golf. Es geht ned darum, perfekt zu sein. Es geht um Ruhe, Konzentration und darum, sich über jeden gelungenen Schlag zu freuen.
Am Ende spazierte i entspannt zurück zum Clubhaus und dachte mir: Heute hab i ned nur Golf gespielt, sondern auch gelernt, dass Geduld manchmal der beste Schläger im Bag ist.
Vielleicht bin i morgen wieder was anderes – aber heute war i eben Golfspieler.
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