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Schlagwort: Klezi
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121_Wirtshausgeschichten
Der Neue

Er ist einfach dag’sessen, ohne große Ankündigung, der Neue, keiner kannte ihn so recht, er hat sich an den Rand vom Stammtisch gesetzt, ein Bier bestellt und zuerst nur zugehört, was im Wirtshaus immer verdächtig ist, weil wer nix sagt, denkt meistens viel, der Karli hat ihn von der Seite angeschaut, der Sepp hat ihm gleich eine Frage gestellt, wie er heißt und woher er kommt, der Neue hat ruhig geantwortet, nicht ausweichend, aber auch nicht breit, der Franz hat nur genickt, weil er solche Typen kennt, nach dem zweiten Bier hat der Neue dann angefangen mitzureden, sachlich, g’scheit, ein bissl zu g’scheit vielleicht, er wusste bei allem etwas, Politik, Arbeit, früher, heute, sogar beim Fußball hatte er Zahlen parat, und langsam wurde der Tisch stiller, nicht weil’s uninteressant war, sondern weil keiner gern belehrt wird, irgendwann sagte der Karli halblaut, dass früher auch ned alles besser war, aber wenigstens einfacher, der Neue wollte ansetzen, erklären, relativieren, da legte der Wirt ihm die Hand auf den Tisch, nicht grob, nicht streng, nur bestimmt, und sagte ruhig, dass am Stammtisch jeder reden darf, aber keiner Recht haben muss, der Neue schwieg, schaute ins Glas, nickte langsam, und nach einer Weile lachte er und zahlte eine Runde, und ab da war er nicht mehr der Neue, sondern einer von denen, die verstanden haben, dass man im Wirtshaus nicht glänzen muss, sondern bleiben.
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115_WG_Karli sei Oide
Wirtshausgeschichten von Früher

Es war einer von diesen Abenden, wo man schon beim Reingehen gespürt hat, dass heute nix ruhig bleibt, der Karli saß wie immer leicht schief am Stammtisch, das dritte Bier vor sich, den Blick zu lang auf den Sepp gerichtet, der Sepp war gut drauf, vielleicht zu gut, lachte viel, redete noch mehr und legte der Oidn vom Karli beim Lachen einmal zu oft die Hand auf den Arm, der Franz murmelte noch „host du des g’sehn“, der Wirt nickte nur und zapfte weiter, weil er wusste, wie das im Wirtshaus läuft, der Karli hielt’s nimmer aus, stand auf, sagte nix, und dann ging’s schnell, a paar Watschn, mehr aus Eifersucht als aus Wut, mehr gekränkt als brutal, die Oide schrie, der Sepp wich zurück, der Stammtisch stand auf, aber keiner griff sofort ein, nicht aus Feigheit, sondern weil man im Wirtshaus weiß, dass man zuerst schaut, ob sich’s selber regelt, der Wirt stellte ein Bier vor den Karli, dann eines vor den Sepp und eines vor die Oide und sagte nur ruhig „setzt’s eich, jetzt red ma“, und sie redeten, laut, ungeschickt, mit vielen Pausen und noch mehr Bier, nix war wirklich gelöst, aber alles war gesagt, der Karli setzte sich wieder, der Sepp auch, die Oide trank ihr Bier aus und sagte leise, aber klar „i bin ka Besitz“, keiner lachte, aber alle nickten, und wie’s im Wirtshaus halt is, redeten sie eine Stunde später über Fußball, der Tisch blieb ganz, die Gläser auch, und irgendwer meinte noch „zahlst die nächste Runde, Karli“, und der Karli zahlte, wie immer.
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114_Wels in 46,00 Sekunden
Heute Alter Schl8hof