Kategorie: Gedichte/Sprüche

Ich mag Gedichte und schöne kluge Sprüche

  • 185_Brückenrunde

    Prolog:

    G’scheit durchzong! 8 Kilometer vor da Haustür san ka Pappelstiel, scho gar ned, wann da Nebel no so richtig koid aus da Traun heraufkriecht. Do ghert scho wos dazu, dass ma si aus de Federn hait und de Laufschuach bindt, während de andern no beim Schnarchen san.

    De Traun-Runde: Wenn da Schmäh mit de Wadln rennt

    I steh oiso do beim Angerlehnersteg, de Nosn a bissl rot, oba de Lungen voll mit dera frischen, scharfen Luft. Unten de Traun, de schaut di an, ois wollt’s sagn: „Bist deppat, wos tuast du scho do heraußen?“ Oba genau des is da Moment. Wennst merkst, dass de Wadln warm wern und der innere Schweinehund si ganz leise hinten in d’Eckn verziagt, weil er g’sehn hod, dass er heit gegen di ka Chance hod.

    Über de Autobahnbrückn drüber, da Asphalt vibriert a bissl unter de Fiaß – a krasser Gegensatz zu der Stü beim Steg, oba es treibt di an. Du bist im Flow. Jeder Schritt sogt: „I ko no, i wü no.“ De 8 Kilometer ziehen si dahin wia a guater Strudelteig, am Anfang a bissl zach, oba dann flutscht’s.

    Wia i dann wieder daham ankumma bin, san de Backerl glüht und da Dampf is ma vom Kopf aufgstiegn wia bei ana oidn Lokomotiv. De Duschn danach? A Traum! Und da erste Kaffee, der so richtig verdient is, schmeckt hoid do am besten. Da Schalk sitzt ma im Gnack und i griaß mi söba im Spiagl: „Servas, du Teifi, host es wieda pockt!“

  • 167_Gedichte: Das gedichte machen

    Ja, mit dem Dichten ist’s so eine Sache,
    über die ich selber gerne lache.
    Denn oft ist es gar nicht leicht,
    dass man das, was man sich vornimmt,
    auch wirklich erreicht.

    Man formt sich Wörter, Satz für Satz,
    und merkt am Ende – welch ein Schatz?
    Nein, eher mehr Geschwätze,
    Gedankenreste, Reimfragmente,
    verzettelte Wortfetzen-Sätze.

    Die Welt ist ohnehin schon übersättigt,
    mit Texten reichlich übermächtigt.
    Drum denk ich mir – ganz unbeschwert –
    vielleicht wär Schweigen mehr wert.

    Doch kaum hab ich mir’s vorgenommen,
    ist schon ein neuer Reim gekommen …
    und wieder sitz ich da
    und dichte – wunderbar.

  • 166_Gedichte: Mein Mädchen

    Ich seh dir lange in die Augen
    und kann es beinah nicht glauben,
    dass du es bist, die mich so liebt –
    ich habe Glück, dass es dich gibt.

    Ich hab dich wahnsinnig gerne,
    spür oft deine vertraute Wärme.
    Wenn es mir nur möglich ist,
    dass du ganz nah bei mir bist,

    streichl ich dir sanft die Wange,
    küss dich zärtlich und sehr lange,
    sag dir leis: „Ich hab dich lieb“
    und summ dazu ein kleines Lied.

    Ich halte fest deine beiden Hände,
    als gäb es nichts Wichtigeres am Ende.
    Doch du weißt, ich hab dich gern
    und hörst das von mir auch nicht fern.

    Weil du mich das öfter fragst,
    weiß ich längst, dass du mich magst.
    Wir wissen, wofür wir leben,
    wenn wir uns die Liebe geben.

    So können wir glücklich sein –
    zu zweit und niemals allein.