Kategorie: Wels

Wels#Foto#Geschichte#Allerlei

  • 110_Stammtisch

    Der Tisch, der warten kann

    Der Stammtisch stand immer links, gleich neben dem Kachelofen.
    Ein schweres Ding aus dunklem Holz, zerkratzt von Jahrzehnten, mit Brandflecken von Zigaretten, die längst verboten sind, und Kerben, von denen keiner mehr wusste, wer sie hineingeschlagen hatte.
    „Des war sicher der Franz“, sagte man.
    Und der Franz sagte: „I war des nie – i hau ned daneben.“

    „Gehma zum Wirtn“, sagte man früher nicht, weil man Hunger hatte.
    Man sagte es, weil man reden musste. Oder weil daheim wer wartete, der auch reden wollte – und das war oft schlimmer.

    Man redete über die Arbeit, über den Chef, über die Politik.
    „Die Politiker san alle gleich“, sagte der Sepp.
    „Na“, sagte der Hansi, „früher san’s wenigstens no schlechter gwesen.“
    Dann wurde gestritten, gesudert, geschimpft – so laut, dass der Wirt nur mehr den Kopf schüttelte und meinte:
    „Wenn des Denken wehtat, warat’s heut a ruhiger Abend.“

    Die Fetzen flogen. Einer stand auf, schlug auf den Tisch und sagte:
    „Mit dir red i nimmer!“
    Der andere antwortete:
    „Passt. No a Bier?“
    Und zehn Minuten später tranken sie wieder zusammen, weil man sich zwar ärgerte, aber nicht trennte.

    Der Wirt wusste, wann er nachzuschenken hatte und wann er lieber weggehen sollte.
    „Noch eins?“, fragte er.
    „Jo“, sagten alle.
    „Aber nur a Kleines.“
    Es wurde ein Großes. Wie immer.

    Heute steht der Tisch oft leer.

    Das Wirtshaus gibt es noch, aber man geht hinein wie in ein Bankinstitut. Man rechnet.
    „Des kostet wos?“
    „Ja.“
    „Dann sans mir z’teier.“
    Und daheim is dann die Tiefkühlpizza um drei Euro – aber halt ohne Gespräch, dafür mit Stille.

    Zeit haben wir auch keine mehr.
    Arbeit, Termine, Freizeitstress.
    Wir laufen den ganzen Tag und wundern uns am Abend, warum wir nirgends angekommen sind.

    Gesudert wird heute online.
    Da kann man streiten, ohne dem anderen ins Gesicht zu schauen.
    Praktisch.
    Und feig.

    Früher hat man sich nach dem Streit wenigstens noch ins Aug geschaut.
    Und wenn gar nix mehr ging, sagte einer:
    „Du host recht.“
    Und alle wussten: Er hatte keine Lust mehr zu diskutieren.

    Wohin führt uns dieser Weg?

    Vielleicht sitzen wir in fünf Jahren noch immer nebeneinander – aber jeder schaut auf sein eigenes Kastl.
    In zehn Jahren erzählen wir, dass es früher einmal Wirtshäuser gab, wo man gelacht hat, gestritten hat und trotzdem beieinander blieb.
    Und in fünfundzwanzig Jahren stehen wir vor einem alten Gasthaus, lesen „Zu verpachten“ am Fenster und sagen:
    „Schad drum.“
    Und gehen weiter.

    Ob wir unser Leben verändern? Sicher.
    Ob zum Besseren?
    Wie sagte der alte Wirt immer:
    „Solang’s Bier no schaumt, is ned alles verloren.“

    Der Stammtisch würde noch stehen.
    Er hätte Zeit.
    Er würde warten.

    Man müsste nur wieder sagen:
    „Gehma zum Wirtn.“

  • 100_Messegelände Abriss

    Es geht dahin mit der alten „Welser Messe“

  • 098_Krumm ist nicht dumm

    I mog Wels — und seine krummen Bäume.
    Dieses wunderschöne Exemplar habe ich an der Ecke Grüne Zeile / Am Rosenhaag entdeckt („Am Lagerberg“).

    Der Titel für das Bild:
    ‚Es ist nicht der gerade Stamm, der Weisheit lehrt, sondern der, der gelernt hat, sich den Stürmen des Lebens anmutig zu beugen.‘

  • 086_Sonne im Herzen

    So schön wenn du vor dem frühem Vogel unterwegs bist

  • 077_Was ist los?

    Nach dem Abriss des Lagerhauses in der Wiesenstraße in Wels im Dezember 2021 liegt das Areal seit über zwei Jahren brach und wirkt verlassen. Derzeit gibt es keine öffentlich zugänglichen Informationen über zukünftige Pläne oder eine mögliche Nutzung des Grundstücks.

  • 069_Schreiberling

    Ein weiteres Buch nimmt Form an …

  • 064_Schülerlotse

    Heute erfülle ich wieder mit Freude meinen Dienst als Schülerlotse – und das bereits seit über zehn Jahren. Mit jedem Dienst erlebe ich, wie wichtig es ist, für die Sicherheit der Kinder zu sorgen und ihnen einen geschützten Schulweg zu ermöglichen. Es bereitet mir große Freude zu sehen, wie sie mir voller Vertrauen entgegenkommen und sich über meine Unterstützung freuen. Diese Aufgabe erfüllt mich mit Stolz und Motivation, und ich stelle meine Freizeit gerne unentgeltlich zur Verfügung, um einen wertvollen Beitrag für die Gesellschaft zu leisten. Es ist ein schönes Gefühl, etwas Sinnvolles zu tun!

  • 059_Ich stehe unter Strom

    Dieses Foto habe ich in Wels West Nähe Hof aufgenommen

    Unglaublich wieviele Masten das sind