Kategorie: GdmLs

  • 245_Zeltkirche Wels-Lichtenegg

    Links das KI Bild, rechts eine Originalaufnahme

    Als Jugendlicher war die Zeltkirche in Wels-Lichtenegg für uns weit mehr als nur ein Gotteshaus. Sie war unser Abenteuerspielplatz. Dieses markante Gotteshaus in Form einer Pyramide wird von vier massiven Betonsäulen getragen, die bis hinauf zur Dachspitze führen. Für uns Burschen war das eine Einladung zum Klettern.

    Immer wieder erklommen wir diese etwa 60 Zentimeter breiten Betonsäulen. Mit Händen und Füßen arbeiteten wir uns Stück für Stück nach oben, bis wir schließlich die Dachspitze erreichten. Je höher wir kamen, desto mutiger fühlten wir uns. Natürlich blieb das dem Pfarrer nicht verborgen. Sobald er uns entdeckte, kam er energisch auf die Kirche zugelaufen und rief, wir sollten sofort herunterkommen.

    Doch wir hatten unseren ganz eigenen Trick. Sobald wir sahen, von welcher Seite der Pfarrer kam, kletterten wir blitzschnell über die Dachspitze auf die andere Seite hinunter. Während der Pfarrer um das ganze Gebäude laufen musste, waren wir längst wieder unten und verschwunden. Er kam einfach nie rechtzeitig auf die andere Seite. Für uns war das damals jedes Mal ein riesiger Spaß.Heute muss ich schmunzeln, wenn ich an diese Zeit zurückdenke. Damals war es für uns ein aufregendes Spiel, heute würde ich wohl jedem Jugendlichen dringend davon abraten. Aber genau solche Erinnerungen machen die eigene Kindheit unvergesslich. Jedes Mal, wenn ich an der Zeltkirche vorbeikomme, sehe ich nicht nur ein außergewöhnliches Bauwerk – ich sehe auch ein Stück meiner Jugend vor mir.